
Unter der Autobahnschleife der A23 im 3. Wiener Gemeindebezirk liegt einer der wildromantischsten Orte, den man sich als Wiener vorstellen kann: der Friedhof St. Marx. Der Friedhof wurde 1874 stillgelegt und ist heute Gedenkstätte, Kulturdenkmal, Parkanlage, aber vor allem ein mystischer Ort. Normalerweise würde man in einem Friedhof Grabesstille erwarten, aber über dieser verwilderten Anlage tost der Verkehrslärm der A23, was ein Widerspruch zu der Ruhe ist, die dieser Ort ausstrahlt. Ich habe ihn zum ersten Mal im Februar dieses Jahres besucht und hätte schon damals stundenlang bleiben können, um mit meinem Fotoapparat durch die noch winterliche Wildnis zu streifen und die kuriosen Grabinschriften zu lesen. Zur Fliederblüte bin ich zurückgekehrt an diesen seltsamen lauten stillen Ort, über dem nun der betörende Duft des Flieders lag. Ich komme sicher wieder, spätestens wenn der Flieder wieder blüht.
Impressionen vom Friedhof St. Marx gibt es hier.