21. – Floridsdorf Spezial Alte Schanzen

Ruine Werk X

Die Alten Schanzen sind eine ehemalige Verteidigungsanlage, die 1866 errichtet wurde. Die Bilder stammen von einer Ruine eines während des zweiten Weltkrieges errichteten Gebäudes auf Werk X. Aufgrund der Geländeverhältnisse ist Ackerbau nicht möglich und die ursprüngliche Flora blieb erhalten. Seit Ende der 1970er Jahre werden die Alten Schanzen auch nicht mehr beweidet, wodurch eine Verbuschung entstanden ist. (Quelle)

Ein Lost Place in einer sehr eigenwilligen Natur. Reizvoll, aber eigentlich nicht fotografierbar. Ich habe es trotzdem versucht. Bilder von Details und Ausschnitten, an denen mein Blick hängen blieb.

Bilder hier

Die Verteidigungsanlage gibt ihr Geheimnis erst aus der Vogelperspektive preis.

Friedhof St. Marx – ich komme wieder, wenn der Flieder blüht

Friedhof St Marx
Friedhof St Marx

Unter der Autobahnschleife der A23 im 3. Wiener Gemeindebezirk liegt einer der wildromantischsten Orte, den man sich als Wiener vorstellen kann: der Friedhof St. Marx. Der Friedhof wurde 1874 stillgelegt und ist heute Gedenkstätte, Kulturdenkmal, Parkanlage, aber vor allem ein mystischer Ort. Normalerweise würde man in einem Friedhof Grabesstille erwarten, aber über dieser verwilderten Anlage tost der Verkehrslärm der A23, was ein Widerspruch zu der Ruhe ist, die dieser Ort ausstrahlt. Ich habe ihn zum ersten Mal im Februar dieses Jahres besucht und hätte schon damals stundenlang bleiben können, um mit meinem Fotoapparat durch die noch winterliche Wildnis zu streifen und die kuriosen Grabinschriften zu lesen. Zur Fliederblüte bin ich zurückgekehrt an diesen seltsamen lauten stillen Ort, über dem nun der betörende Duft des Flieders lag. Ich komme sicher wieder, spätestens wenn der Flieder wieder blüht.

Impressionen vom Friedhof St. Marx gibt es hier.

9. Wiedner Innenhof-Flohmarkt

Beim Wiedner Innenhof-Flohmarkt eröffnen sich Einblicke in Häuser und Innenhöfe, die einem sonst versperrt bleiben. Man flaniert durch den meist ohnedies gut bekannten Bezirk und nutzt die Gelegenheit, Neues und Unbekanntes zu erkunden. An jedem der gekennzeichneten Orte befindet sich ein Flohmarkt, auf dem mehr oder weniger interessantes Gerümpel angeboten wird. Nicht jeder Standort ist auch ein geheimnisvoller Innenhof und manchmal landet man auch in Locations, auf deren Anblick man gut und gerne verzichtet hätte. Aber es gibt auch wundervolle grüne Innenhöfe, Oasen der Stille, die den Stadtlärm aussperren, alte Häuser mit gefliesten Gängen und Stiegenhäusern, die die Älteren von uns an ihre Kindheit erinnern.
Wer jetzt neugierig geworden ist, kann hier einen Blick auf ein paar Impressionen unseres Wiedner Innenhof-Flohmarkt-Spaziergang werfen. Vielleicht ergibt sich ja nächstes Jahr die Gelegenheit, das verborgene Wieden selbst zu erkunden.

Ottakring – ein bisserl unheimlich, aber richtig zum Fürchten?

Ottakring: Was fällt einem dazu ein? Als Erstes die Ottakringer Brauerei und der jährlich stattfindende Fesch’markt in der Veranstaltungshalle der Ottakringer Brauerei.

Ottakringer Brauerei

Dann die Villa Auroroa, aus deren Garten mit Aussichtsplateau man beim Schnitzel essen einen schönen Ausblick auf Wien hat. Das Schloss Wilhleminenberg, in dem sich heute ein Trend Hotel befindet und wo es im Winter einen Miniatureislaufplatz mit Blick über Wien gibt. Und dem noch immer die Atmosphäre eines Heims für Sonderschülerinnen anhaftet, in dem es in den 70er und 80er Jahren des 19.Jhdts. zu zahlreichen Übergriffen und Vergewaltigungen der dort untergebrachten Kinder gekommen sein soll. Vielleicht auch der Brunnenmarkt, der Yppenplatz und das Cafe Ritter, das seit 1867 existiert und das seit der Neueröffnung 2016 aufs Neue den Charme alter Wiener Kaffeehäuser hat. Man will dort gerne ein wenig länger sitzen. Eigentlich ist Ottakring eine seltsame Mischung aus Arbeiterbezirk und einem Villenviertel auf dem Willhelminenberg. Je weiter man Richtung Gürtel kommt, desto mehr Arbeiterbezirk ist er und dann vielleicht gegen Abend schon ein bisserl unheimlich, aber richtig zum Fürchten? Nein, nicht wirklich.

Impressionen von Ottakring und unsere Tour finden sich wie immer hier.

Hernals – in der Vorstadt

Kalvarienbergkirche

 

Hernals ist ein relativ unspektakulärer Bezirk. Keine besonderen Highlights, etwas Gürtelatmosphäre, ein wenig Vorstadtflair und grün in den Wienerwald auslaufend.

Su und ich waren in der Adventzeit da, es war kalt, und die Bereitschaft, den Bezirk zu erkunden, war enden wollend. Wir wollten jedoch einen Blick auf und in die Kalvarienbergkirche werfen. Nachdem wir die Kirche betreten hatten, fanden wir, zu unserer beider Entzücken, ein Tischchen mit duftenden Weihnachtskeksen und dampfendem Tee vor. Hinter dem Tischchen saß eine reizende ältere Dame und bot uns von beidem an.

Wer Vorstadtbeiseln mag, wird sich im Brandstetter, auf der Hernalser Hauptstraße, wohl fühlen. Der Falter bezeichnet den Brandstetter als „eines der letzten schönen Weinhäuser Wiens mit großen Portionen bodenständiger Wiener Küche“.

Impressionen von Hernals und unsere Tour finden sich wie immer hier.

Währing – flanieren durch das Cottageviertel

Pötzleinsdorfer Straße

 

Vor genau einem Jahr waren Su und ich im bürgerlichen Nobelbezirk Währing. Dort, wo all die Reichen und Schönen wohnen. Naja, zumindest sind sie reich. Das Wetter war für Anfang November ungewöhnlich mild und wir haben es genossen, durch das Cottageviertel und die herbstlich bunten Parks zu flanieren. Wenn man einen Blick in Google auf Währing wirft, ist der Bezirk unglaublich grün. Das liegt nicht nur an den riesigen Parkanlagen, sondern auch an den großen Gärten mit alten Baumbeständen. Wir haben uns vorgestellt, wie es wäre, in so einem Cottageviertel zu wohnen. Ein wenig träumen wird man ja noch dürfen. Aber wo ist der nächste Billa, Spar, Hofer,….?

Wie immer finden sich unsere Eindrücke und die Tourenbeschreibung hier.

Meidling – wir finden ruhige Platzerln in der Verkehrshölle des Arbeiterbezirkes

 

 

Gaststätte "Zur Fabrik"

Als ich einer Freundin erzählte, dass uns unsere Bezirkstour im September nach Meidling führt, war ihre Reaktion: Und was wollt ihr euch da anschauen?

Meidling war und ist noch immer ein dicht verbauter Arbeiterbezirk mit stark befahrenen Durchzugsstraßen. Es gibt noch Fabriksgebäude. Statt Maschinenhallen befinden sich mittlerweile jedoch schicke Lofts oder teure Wohnungen in den alten Gemäuern. Der Rest: alte Zinshäuser und neuere Wohnsilos, sonst nichts?

Mitten in diesem Bezirk befinden sich die Ausbildungsstätten für den politischen Nachwuchs der ÖVP und der SPÖ. Ein bisserl auf Distanz geht man aber schon zu den restlichen Meidlingern: beide politischen Akademien befinden sich in Schlösseln, die jeweils in einem riesigen alten Garten stehen. Während sich das Renner Institut der SPÖ von vorne verschlossen gibt, kann man in den Garten des Springer Schlössels einfach hineinspazieren. Beide Locations verfügen über ein Hotel mit Gastronomie und in beiden kann man im Garten sitzen oder einen Spaziergang machen. Dass das nicht mehr Menschen tun, liegt vermutlich daran, dass man von außen das Gefühl hat, nicht einfach hinein gehen zu können.

Ein drittes Schloss mit der größten Parkanlage des Bezirkes ist ganz der Modewelt gewidmet: Im Schloss Hetzendorf befindet sich die gleichnamige Modeschule. Zugang zum Schloss und den Garten gibt es nur für die Schüler. Alle anderen haben nur im Juni anlässlich der Modeschauen eine Chance, einen Blick in das Schloss und in den Garten zu werfen.

Bei unserem Versuch, vielleicht doch noch einen Blick auf den Schlossgarten zu erhaschen, sind wir auf ein freundliches Ehepaar gestoßen, das uns Einblick und Eintritt in den ebenfalls für Fremde verschlossenen Gemeinschaftsgarten von Hetzendorf gewährte.

Bilder und Anregung für die Tour gibt es wie immer hier.

 

 

Hietzing – abseits der Touristenpfade

Werkbundsiedlung

Wer sich für die Architektur des 19. und 20. Jahrhunderts interessiert, wird in Hietzing sicher fündig. Alleine in der Werkbundsiedlung stehen Häuser von 30 bekannten Architekten auf engstem Raum. Leider verbergen sich die modern anmutenden kleinen Häuser oft hinter dichten Hecken.

Su und ich haben die Touristenhochburg Schönbrunn einfach einmal links liegen lassen und uns auf die Spurensuche der Jugendstilarchitektur begeben, um zu guter Letzt doch noch einen Blick auf das Palmenhaus, die Gloriette und das Schloss Schönbrunn zu werfen.

Bilder und Tourenbeschreibung finden sich wie immer hier.

Rudolfsheim-Fünfhaus – auf der Suche nach den netten Orten

Alte SchieberkammerAls Wiener verbindet man mit dem 15. Bezirk Ausländer, Armut, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Prostitution. Wenn man an den Bezirk denkt, fällt einem der Westbahnhof, die Stadthalle und vielleicht noch die Kirche Maria vom Siege, ein riesiger Ziegelbau am Mariahilfer Gürtel, ein.

Su und ich haben uns auf die Suche nach den netten Orten im Fünfzehnten gemacht.

Fündig geworden sind wir in der mittlerweile schon gehypten Reindorfgasse. Die kleinen Läden in der ruhigen Gasse überraschen durch ihre innovativen Geschäftskonzepte. Wir wärmen uns mit einem Kaffee im Buchcafé Melange.

Im Meiselmarkt gefallen uns die bunten Marktstände mit dem frischen Obst und Gemüse. Leider sind sie in den Keller verbannt und die meisten Menschen kaufen in den Ladenketten in den oberen Etagen ein. Uns spricht auch die die rustikale Atmosphäre des „Schutzhaus Zukunft“ auf der Schmelz inmitten von Kleingärten an. Am Kriemhildplatz können wir dem einladenden Charme einer kleinen aber feinen Buchhandlung nicht widerstehen.

Es gibt sie doch, die netten Orte im 15. Hieb.

Diesmal ist übrigens ein Foto dabei, das Su gemacht hat. Die Bilder und die Tourenbeschreibung gibt es hier.

Liesing, überraschende Ein- und Ausblicke

Wotruba-Kirche

Su und ich haben vor einem Jahr mit den Bezirkserkundungen begonnen.

Unsere erste Rundfahrt führte uns nach Liesing. Wir dachten, da sind wir schnell fertig, denn da gibt es nichts Besonderes.

Die erste erfreuliche Überraschung erlebten wir in der Pfarrkirche Inzersdorf. Eine Türe der sonst versperrten Kirche war offen, weil ein Arbeiter mit Elektroinstallationsarbeiten in der Kirche beschäftigt war.

Wir nutzten die unverhoffte Gelegenheit und konnten in aller Ruhe die von Anton Lehmden gestalteten Kirchenfenster und von ihm gemalten Kreuzwegbilder bewundern.

 

Im Wohnpark Alt Erlaa hatten wir das Glück einer netten Dame zu begegnen, die uns ihren Wohnturm von innen zeigte und uns bis hinauf auf die Dachterrasse mit herrlichem Ausblick über Wien führte.

Fotos und Wegbeschreibung unserer Tour gibt er hier.