Meidling – wir finden ruhige Platzerln in der Verkehrshölle des Arbeiterbezirkes

 

 

Gaststätte "Zur Fabrik"

Als ich einer Freundin erzählte, dass uns unsere Bezirkstour im September nach Meidling führt, war ihre Reaktion: Und was wollt ihr euch da anschauen?

Meidling war und ist noch immer ein dicht verbauter Arbeiterbezirk mit stark befahrenen Durchzugsstraßen. Es gibt noch Fabriksgebäude. Statt Maschinenhallen befinden sich mittlerweile jedoch schicke Lofts oder teure Wohnungen in den alten Gemäuern. Der Rest: alte Zinshäuser und neuere Wohnsilos, sonst nichts?

Mitten in diesem Bezirk befinden sich die Ausbildungsstätten für den politischen Nachwuchs der ÖVP und der SPÖ. Ein bisserl auf Distanz geht man aber schon zu den restlichen Meidlingern: beide politischen Akademien befinden sich in Schlösseln, die jeweils in einem riesigen alten Garten stehen. Während sich das Renner Institut der SPÖ von vorne verschlossen gibt, kann man in den Garten des Springer Schlössels einfach hineinspazieren. Beide Locations verfügen über ein Hotel mit Gastronomie und in beiden kann man im Garten sitzen oder einen Spaziergang machen. Dass das nicht mehr Menschen tun, liegt vermutlich daran, dass man von außen das Gefühl hat, nicht einfach hinein gehen zu können.

Ein drittes Schloss mit der größten Parkanlage des Bezirkes ist ganz der Modewelt gewidmet: Im Schloss Hetzendorf befindet sich die gleichnamige Modeschule. Zugang zum Schloss und den Garten gibt es nur für die Schüler. Alle anderen haben nur im Juni anlässlich der Modeschauen eine Chance, einen Blick in das Schloss und in den Garten zu werfen.

Bei unserem Versuch, vielleicht doch noch einen Blick auf den Schlossgarten zu erhaschen, sind wir auf ein freundliches Ehepaar gestoßen, das uns Einblick und Eintritt in den ebenfalls für Fremde verschlossenen Gemeinschaftsgarten von Hetzendorf gewährte.

Bilder und Anregung für die Tour gibt es wie immer hier.

 

 

Schreibe einen Kommentar