Wachau und die Hunde von Kuenring

Die Kuenringer beherrschten im Mittelalter die Wachau. In Aggstein und in Dürnstein besaßen sie Burgen. Als „Hunde von Kuenring“ verrufen galten sie als Raubritter, „deren Knechte die Donauschiffer grausam ausraubten“. Ein unfreiwilliger Gast war Richard Löwenherz, der vom 21. Dezember 1192 bis zum 4. Februar 1193 auf der Burg Dürnstein gefangen gehalten wurde.

Burg Dürnstein
Burgruine Dürnstein

Wenn man Wachau hört, denkt man normalerweise nicht an das finstere Mittelalter, sondern an eine liebliche Auen- und Kulturlandschaft entlang der Donau. Dann fallen einem Weißwein, Marillenblüten und Marillenmarmelade ein, oder österreichische Filme wie „Der Hofrat Geiger“ und „Mariandl“ samt gleichnamigen Schlager (Mariandl aus dem Wachauer Landl, Landl).

Will man die Wachau hautnah erleben, fährt man mit dem Fahrrad den Donauradweg. Der ist eben und erfordert keine besondere Kondition, und man kann zwischendurch kleine Wanderungen einschieben, z.B. auf die Ruine Aggstein.  Bevor man auf dem Esel-Steig die Ruine Aggstein erklimmt (radeln empfiehlt sich bei 20% Steigung der Straße nur mit ausreichender Kondition oder E-Bike), stärkt man sich in der Residenz Wachau in Aggsbach Dorf mit einem monströsen Stück Topfentorte. Als Belohnung für den Aufstieg lockt ein wunderbarer Blick über die Wachau. 

Bei Rossatz kann man samt Rad mit der Fähre die Donau nach Dürnstein überqueren. Und hier gibt es dann auch gleich wieder ganz viele Touristen. Wer genug von lieblich hat, geht zum Friedhof und wirft einen Blick in den Karner. Am Abend sind die Touristen verschwunden und die Gassen von Dürnstein wieder leer. Wir haben im Hotel Richard Löwenherz übernachtet und sind am nächsten Morgen, vor dem Frühstück, die unzähligen Stufen zur Burgruine Dürnstein hinauf gestiegen. In den Morgenstunden ist man dort alleine und kann wie die Hunde von Kuenring die vorbeiziehenden Schiffe beobachten.

Wenn man auch nicht jeden auf dem Weg liegenden Ort erkunden will, in St. Michael sollte man unbedingt einen Blick in den Karner auf die Schädelpietá und auf den Dachfirst der Kirche mit den Terrakottapferden, -hirschen, -hunden oder doch -hasen? werfen. 

Wir haben über das Kraftwerk Melk die Donau wieder überquert, haben unsere Räder ins Auto geladen und sind wieder zurück nach Wien gefahren.

Wer jetzt noch keine Lust hat, die Wachau zu erkunden, kann sich vielleicht hier anhand unserer Reiseeindrücke dafür begeistern.

1 Kommentar

  1. da ohne Kondi, bevorzuge ich die Wachau mit dem Automobil zu durchstreifen 😉 aber solch eine Stimmung wie du sie hier wieder eingefangen hast, habe ich noch nicht erlebt. Einfach großartig deine Bilder! Absolut kitschig, aber wunderschön! wie immer!!!

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