Batman macht eine Bauchlandung

Batman

Im Vorbeigehen dachte ich zuerst: Da hat einer auf das Sackerl fürs Gackerl vergessen.
Das Nachbild in meinem Kopf bewog mich, umzukehren und nachzuschauen, was es wirklich ist.
Tatsächlich: mitten auf dem Gehsteig lag ein kleines Fellbündel.
Batman hatte eine Bauchlandung gemacht und war in der misslichen Situation dem Tode geweiht. Da Fledermäuse, wenn sie auf dem Boden liegen, nicht mehr wegfliegen können, war Erste Hilfe angesagt.
Normalerweise greife ich Wildtiere nur mit Handschuhen an. Diesmal musste ein Papiertaschentuch reichen.
Vorsichtig hob ich das Federgewicht auf. Ein Kinderspiel, viel leichter als den Kleinen auf einer sicheren Stelle wieder abzusetzen.
Batman schien zu denken: Oh, itˋs a Feh…und ließ das Papiertaschentuch nicht mehr los.
Letztendlich ist es doch noch gelungen, den Kleinen so zu platzieren, dass er sich von selbst von der Horizontalen in die Vertikale begeben hat.
Nun hat Batman wieder selbst die Kontrolle über sein Leben und kann sich weiterhin des Nächtens auf Jagd  begeben.

Der Besuch der polnischen Brieftaube – eine Kurzgeschichte

 

 

 

Taube grau

 

 

Es war einer dieser heißen Sommer in denen das Gras schon im Juni braun wird. Seit Wochen hatte es nicht geregnet und das dürre Gras raschelte unter seinen Füßen, wenn er durch die Wiese ging.  Er war am Morgen mit dem Rad zum See gefahren um zu schwimmen.  Danach  machte er es sich auf der Terrasse im Schatten seines Hauses gemütlich und wartete auf das für den Abend angekündigte Gewitter. Als er in die Küche ging, um sich etwas zu trinken zu holen, war es dann doch passiert.

(weiterlesen)

Asyl (Hasi 2)

Hasi 2

Es war einmal ein Weihnachtsbaum,

Der war so klein, man sah ihn kaum.

Um ihn zu schützen vor der Welt

Wurde  ein Zaun um ihn gestellt.

Da hatte der Baum dann seine Ruh’.

Nur ein kleines Häschen kam dazu.

Und so schützt das Gitter hier

Sowohl den Baum als auch das Tier.

 

 

Schneckenhaus

Schneckenhaus

 

Ich wollt, ich hätt ein Schneckenhaus
Die ganze Welt wär mein Zuhaus.
Und bräucht ich einmal meine Ruh,
Zög ich mich zurück und machte zu.
Ich baute es immer größer aus
Und wenn ich wollte, käme ich wieder raus.

Abgestellt

 

Einst stolz, modern und schneidig
Begehrt, gekauft und getreten
Ungezählte Jahre lang
Der Glanz verblasst
Was bleibt ist Rost
Eines Tages: vorbei
Jetzt braucht es keiner mehr
Nun lehnt es an der Wand
Mit frischen Blumen im Körbchen
Das weitere Dasein als zierender Tand.

Aufgabe

Ideen, Träume, neu und wild
Wie Tau im Sonnenlicht
Wie die Gischt der Wellen
Wir stürzen uns hinein
Voll Mut und Kraft
Bis wir uns verlieren
In Zaudern, Zwängen, Zweifel
Die Zeit reißt uns fort
Werden wir untergehen?