
Friedhof St. Marx – ich komme wieder, wenn der Flieder blüht

Unter der Autobahnschleife der A23 im 3. Wiener Gemeindebezirk liegt einer der wildromantischsten Orte, den man sich als Wiener vorstellen kann: der Friedhof St. Marx. Der Friedhof wurde 1874 stillgelegt und ist heute Gedenkstätte, Kulturdenkmal, Parkanlage, aber vor allem ein mystischer Ort. Normalerweise würde man in einem Friedhof Grabesstille erwarten, aber über dieser verwilderten Anlage tost der Verkehrslärm der A23, was ein Widerspruch zu der Ruhe ist, die dieser Ort ausstrahlt. Ich habe ihn zum ersten Mal im Februar dieses Jahres besucht und hätte schon damals stundenlang bleiben können, um mit meinem Fotoapparat durch die noch winterliche Wildnis zu streifen und die kuriosen Grabinschriften zu lesen. Zur Fliederblüte bin ich zurückgekehrt an diesen seltsamen lauten stillen Ort, über dem nun der betörende Duft des Flieders lag. Ich komme sicher wieder, spätestens wenn der Flieder wieder blüht.
Impressionen vom Friedhof St. Marx gibt es hier.
and the winners are…

Heute gibt es hier einmal andere Bilder: keine Fotos, die ich aufgenommen habe, sondern welche über mich. Ich habe gewonnen im Wettbewerb von „So schön ist Wien, so schön ist der Gemeindebau“. Ich bin Bezirkssiegerin für den 13. Bezirk geworden. Damit habe ich mich eingereiht unter jene Fotografen, deren Bilder im Rahmen der Foto Wien in der Postsparkasse im 1. Bezirk ausgestellt wurden. Das Festival FotoWien, Monat der Fotografie, fand heuer zum ersten Mal statt und sollte die Fotografie als künstlerisches Medium und die lokale Fotoszene vier Wochen lang ins Rampenlicht holen.
Wen es interessiert und wer sich mit mir freuen will, kann sich hier die Fotos der Siegerehrung anschauen.
Winter, wie er früher einmal war
In der Nacht hat es geschneit,
am Morgen liegt eine dicke, weiße Schneedecke über dem Land
und dämpft jedes Geräusch.
Stille
Ich habe den unbändigen Wunsch hinaus zu stürmen
und Spuren zu hinterlassen in dieser unberührten weißen Fläche.
Mich in den Schnee fallen zu lassen und zu wälzen,
Schneemänner bauen,
Schneeballschlacht….
Bäume schütteln und spüren,
wie mir der nasse Schnee in den aufgestellten Kragen fällt.
Wollhaube und Wollhandschuhe sind mit Schneeklumpen verklebt
und durch die Lederstiefel werden die Füße naß und kalt.
Draußen bleiben,
bis Nase und Wangen rot
und die Lippen blau sind,
und die Finger und die Zehen so kalt und steif,
dass ich sie gar nicht mehr spüre….
und dann wieder ins Haus gehen,
die Hände aneinander reiben, bis sie rot sind
und ich das Gefühl habe,
dass tausende von Nadeln die Hände und Füße zerstechen.
Winter, wie er früher einmal war….
Mehr vom Winter gibt es hier
Backstage im Volkstheater
Ende November hatte ich die Gelegenheit im Rahmen eines Foto-Workshops der Presse, das Volkstheater von seiner anderen Seite kennen zu lernen. Jene Seite, die sonst nur Schauspieler, Bühnenarbeiter und anderes Personal des Theaterbetriebes kennen. Außer mir nahmen noch 23 andere Fotoenthusiasten an dem Workshop teil, was die Einzigartigkeit meiner Fotos und meine Bewegungsfreiheit weitgehend einschränkte, da immer mindestens fünf andere Fotografen auf dem selben Platz wie ich waren und die gleichen Bilder machten. Im Rahmen des Workshops standen uns auch zwei Schauspielerinnen, Isabella Knöll und Evi Kehrstephan, als Modelle in dem ihnen vertrauten Ambiente zur Verfügung. Die beiden zu fotografieren war eine echte Herausforderung, weil sie permanent von mindestens 12 Fotografierwütigen unterschiedlichste Zurufe bekamen, welche Pose, welcher Blick, wohin schauen….. sie blieben trotzdem die ganze Zeit freundlich. Alle Fotos der Schauspielerinnen, die ich im Rahmen dieses Blogbeitrages veröffentliche, veröffentliche ich mit der Genehmigung der beiden Schauspielerinnen und des Volkstheaters.
Isabella Knöll hat mich übrigens motiviert Lazarus, ein Stück, in dem sowohl Isabella als auch Evi mitspielten, anzusehen. Eine schöne Erfahrung, die dazu anregt doch ab und zu ins Theater zu gehen.
Meine Impressionen vom Volkstheater gibt es hier.
Gerlitzen – do kummt die Sun…
Wer seine Zeit im Feuerberg auf der Gelitzen verbringt, ist schon oben auf dem Berg. Es gibt keinen Gipfel, der ruft, auf den man rauf muss. Vielleicht noch einhundert Höhenmeter zum Gipfelkreuz, aber es sieht nicht aus wie ein Gipfel, eher wie ein Hochplateau, und noch dazu kein besonders schönes, ein Schigebiet…. Um eine Bergwanderung zu machen, müsste man zuerst runtergehen, um dann im Schweiße seines Angesichtes wieder hoch zu wandern und damit wieder zum Ausgangspunkt zu gelangen. Kein Bewegungsansporn für mich. Vielleicht eine kleine Rundwanderung auf dem Hochplateau und den Paragleitern beim Absprung zusehen. Der Ausblick ist schon atemberaubend, ohne dass man viel dafür tun muss. Wer das noch toppen will, steht zeitig in der Früh auf, geht noch im Finsteren zum Gipfelkreuz und wartet auf den Sonnenaufgang……..

Lust auf mehr Bilder von der Gerlitzen bekommen?
Seiser Alm – der Berg ruft

Es gibt viele schöne Orte auf der Welt, aber die Seiser Alm gehört für mich zu den schönsten. Eine Landschaft, die mich immer wieder magisch anzieht. Eine der größten Hochalmen, die jeden Tag ein anderes Gesicht zeigt. Der Anblick der sanfthügeligen Almenlandschaft täuscht. Wer einmal mit Mountainbike und eigener Muskelkraft durch diese Hügel gefahren ist, hat zu spüren bekommen, dass es Höhenunterschiede zwischen rd. 1.700m und 2.350m gibt.
Ich war in den letzten fünf Jahren vier mal dort und es gibt immer wieder einen Grund doch noch einmal hinzufahren, immer noch eine Wanderung, die unbedingt gemacht werden müsste. Die Gegend hat Suchtpotential.
Zu den traumhaftesten Erlebnissen gehört es, zum Sonnenaufgang beim Frühstück auf der Terrasse der Adler Mountain Lodge zu sitzen und dem Spiel der langen Schatten zuzusehen. Die Wolken und den Nebel, der sich langsam aufzulösen beginnt, zu beobachten. Oder am Abend anzuschauen, wie der Sonnenuntergang die Langkofelgruppe in rosarotes Licht taucht. Beim Feuer auf der Terrasse mit einem Glas Wein auf den Einbruch der sternenklaren Nacht zu warten und sich vom Anblick der Milchstraße verzaubern zu lassen.
Es ist ein gutes Gefühl, auf die Berge rundum zu schauen und zu denken:
Hexenbänke auf dem Puflatsch – war ich schon. Auf der Schlernhochfläche und auf dem Monte Pez – war ich schon. Tierser Alpl – war ich schon zweimal. Rosszähne – bin ich schon zweimal durch gestiegen. Plattkofel – war ich oben auf dem Gipfel. Rund um den Plattkofel und durch die Langkofelscharte – schon gemacht.
rund um den Langkofel – habe ich noch nicht gemacht,…..
Ich muß da unbedingt nochmal hin. Wenn nicht nächstes Jahr, dann vielleicht in zwei Jahren. Der Berg ruft.
Wer sich die Fotos ansieht, versteht es vielleicht….
Nach Heidelberg, wegen der Liebe zur Fotografie
Wenn man das Wort „Heidelberg“ im Freundes- und Verwandtenkreis fallen lässt, sagen die einen „Da war ich schon – schön“ und die anderen „schön – da will ich auch einmal hin“. Ich muss gestehen, Heidelberg wäre in den nächsten Jahren wohl kaum ein Reiseziel für mich gewesen, hätte es da nicht einen Fotokurs gegeben, der mich interessiert hat. Heidelberg ist eine Universitätsstadt, Mitte August findet man in der Stadt kaum Studenten, dafür aber Horden von Touristen, die durch die Hauptstraße, eine Einkaufsstraße in der Altstadt, ziehen oder dem Schloss einen Besuch abstatten. Aus Zeitgründen habe ich nur die Altstadt und das Schloss angesehen – schön, aber für mich keine Stadt in die ich mich verlieben könnte. Wenn ich mich in etwas in dieser Stadt verlieben könnte, dann in die Pension Astoira, in der wir gewohnt haben. Und in das Atelier Kurus, eine Mischung aus Künstlerloft und lost place, in dem der Fotokurs stattgefunden hat. Und in die Gänse am Ufer des Neckar, die um die in der Wiese liegenden Sonnenbadenden herumwatscheln oder in Scharen schreiend über die Brücken fliegen. Vielleicht müßte man einfach nur ein wenig länger in der Stadt sein, um sie zu mögen.
Wofür ich mir aber die Zeit genommen habe, weil ich Gärten liebe, war ein Besuch des barocken Schlossparks in Schwetzingen. Wer Gärten liebt, so wie ich, der sollte unbedingt einen Besuch nach Schwetzingen einplanen, wenn er nach Heidelberg reist.
Impressionen von Heidelberg und Schwetzingen gibt es hier.



