Rudolfsheim-Fünfhaus – auf der Suche nach den netten Orten

Alte SchieberkammerAls Wiener verbindet man mit dem 15. Bezirk Ausländer, Armut, Arbeitslosigkeit, Kriminalität und Prostitution. Wenn man an den Bezirk denkt, fällt einem der Westbahnhof, die Stadthalle und vielleicht noch die Kirche Maria vom Siege, ein riesiger Ziegelbau am Mariahilfer Gürtel, ein.

Su und ich haben uns auf die Suche nach den netten Orten im Fünfzehnten gemacht.

Fündig geworden sind wir in der mittlerweile schon gehypten Reindorfgasse. Die kleinen Läden in der ruhigen Gasse überraschen durch ihre innovativen Geschäftskonzepte. Wir wärmen uns mit einem Kaffee im Buchcafé Melange.

Im Meiselmarkt gefallen uns die bunten Marktstände mit dem frischen Obst und Gemüse. Leider sind sie in den Keller verbannt und die meisten Menschen kaufen in den Ladenketten in den oberen Etagen ein. Uns spricht auch die die rustikale Atmosphäre des „Schutzhaus Zukunft“ auf der Schmelz inmitten von Kleingärten an. Am Kriemhildplatz können wir dem einladenden Charme einer kleinen aber feinen Buchhandlung nicht widerstehen.

Es gibt sie doch, die netten Orte im 15. Hieb.

Diesmal ist übrigens ein Foto dabei, das Su gemacht hat. Die Bilder und die Tourenbeschreibung gibt es hier.

Asyl (Hasi 2)

Hasi 2

Es war einmal ein Weihnachtsbaum,

Der war so klein, man sah ihn kaum.

Um ihn zu schützen vor der Welt

Wurde  ein Zaun um ihn gestellt.

Da hatte der Baum dann seine Ruh’.

Nur ein kleines Häschen kam dazu.

Und so schützt das Gitter hier

Sowohl den Baum als auch das Tier.

 

 

Schneckenhaus

Schneckenhaus

 

Ich wollt, ich hätt ein Schneckenhaus
Die ganze Welt wär mein Zuhaus.
Und bräucht ich einmal meine Ruh,
Zög ich mich zurück und machte zu.
Ich baute es immer größer aus
Und wenn ich wollte, käme ich wieder raus.

Liesing, überraschende Ein- und Ausblicke

Wotruba-Kirche

Su und ich haben vor einem Jahr mit den Bezirkserkundungen begonnen.

Unsere erste Rundfahrt führte uns nach Liesing. Wir dachten, da sind wir schnell fertig, denn da gibt es nichts Besonderes.

Die erste erfreuliche Überraschung erlebten wir in der Pfarrkirche Inzersdorf. Eine Türe der sonst versperrten Kirche war offen, weil ein Arbeiter mit Elektroinstallationsarbeiten in der Kirche beschäftigt war.

Wir nutzten die unverhoffte Gelegenheit und konnten in aller Ruhe die von Anton Lehmden gestalteten Kirchenfenster und von ihm gemalten Kreuzwegbilder bewundern.

 

Im Wohnpark Alt Erlaa hatten wir das Glück einer netten Dame zu begegnen, die uns ihren Wohnturm von innen zeigte und uns bis hinauf auf die Dachterrasse mit herrlichem Ausblick über Wien führte.

Fotos und Wegbeschreibung unserer Tour gibt er hier.

 

 

Abgestellt

 

Einst stolz, modern und schneidig
Begehrt, gekauft und getreten
Ungezählte Jahre lang
Der Glanz verblasst
Was bleibt ist Rost
Eines Tages: vorbei
Jetzt braucht es keiner mehr
Nun lehnt es an der Wand
Mit frischen Blumen im Körbchen
Das weitere Dasein als zierender Tand.

Aufgabe

Ideen, Träume, neu und wild
Wie Tau im Sonnenlicht
Wie die Gischt der Wellen
Wir stürzen uns hinein
Voll Mut und Kraft
Bis wir uns verlieren
In Zaudern, Zwängen, Zweifel
Die Zeit reißt uns fort
Werden wir untergehen?